HitzLetter

Hitzletter war (16.1.05-10.3.12) ein Arbeitsprojekt rund um gesellschaftliche Fragen mit schriftstellerischem Beiwerk.
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Was folgt ist die schlichte Weiterführung....

 
Sternstunden
(der Menschheit?)


Das Erstaunliche Lexicon

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Hier spricht jemand mit sich selbst.
Wer höflich ist schaut weg oder schämt sich fremd.

Ab 07.10.2016

Briefe an mich

Als ich vor mehr als 20 Jahren begonnen hatte, mich beruflich mit dem Internet zu beschäftigen war das Netz die große Verheißung. Die Welt rückte aufeinander und sogar der Nachbar und die Ecke erschien in ganz neuem Licht. Der Traum von der eigenen Domain, das virtuelle Zuhause war einzurichten. Email kostengünstig und schnell. Erste soziale Netzwerke wärmten die Surfer und Hypertexte verbanden uns plötzlich allesamt. Jetzt würde alles gut werden !

Weltweiter Friede, warum nicht. Basisdemokratie, na klar. Welch ein Potential, auch für den Geringsten unter uns und sogar jeder Kleingeist konnte nun auf Hörerschaft hoffen, denn die schrankenlose weltweite Adressierung machte es möglich. 

Heute wimmelt es da draußen (denn wir sitzen noch immer innen) vor nutzlosen Websites, Werbewahnsinn und Bundestrojaner halten ihre Patrouillen ab. Aber auch der Blog ist allgegenwärtig, Facebook und Whatsapp, ich kenne sie gar nicht mehr alle. Man hört es aber an den coolen Namen, es hat sich was getan. Doch wer die Robots nicht passend füttert und laufend mitrüstet und zappt und appt, kriegt schlechtes Ranking und seine Performance wird unterirdisch. Die Geringfügigen entdeckten, daß sie noch immer nicht entdeckt wurden und die Lauten merkten, daß sie profaner werden durften als je zuvor und es mittlerweile sogar reichte, wenn sie für gute Likes ihr Abendessen fotografierten oder den Wechsel der Unterhosen.

Ej und das Starke daran ist, wir haben festgestellt, wie millionenhaft nutzlos wir eigentlich sind und finden es auch noch geil, denn die Masse machts. Und so wünschen wir uns nunmehr gegenseitig ein richtig geiles Leben. In diesem Sinne. Wohlan.

  1. Karma

    So bleibe ich bei den Geringfügigen und stelle es doch so an, daß dies nur scheinbar sei. Die Evolution der Selbstmitteilung entspricht der Reihenfolge Empörung-Aktion-zusammenfassender Bericht, dann Schlußbericht. Was insgesamt ein Regelkreis ist und kaum erkennbare aber wirksame Produktion.

    Gemeinster Vorwurf an den Juristen ist ja, er sei eine Hure des Systems. Darüber hinaus sorge er für eine Verfestigung des Unrechts, indem er davon lebe oder es je nach Bedarf gar umdrehe und als Recht darstelle. Sein Selbstverständnis sei zynisch und parasitär. Der Weg zum Guten ist für die gemeine Ansicht nur ohne den Juristen und sein Wirken möglich.
    Und damit schüttet man die Gerechtigkeit und alle Bemühungen der Philosophen um unser Selbstverständnis und Menschenbild mit aus und nimmt sich eine der wichtigsten Kräfte.

    Nämlich die Kraft selbst zu definieren, wer man ist – und eigene Regeln dafür aufzustellen, wie man als Menschheit Menschsein richtig möchte. Denn dazu weiß die unverdorbene Rechtswissenschaft viel, im Grunde.

    Von Epikur ist überliefert „Das der menschlichen Natur entsprechende Recht ist eine Vereinbarung über das Mittel, mit dem verhindert wird, dass sich Menschen gegenseitig schädigen oder schädigen lassen.“
    Der geringfügige Jurist ergänzt dies um die positive Feststellung, obiges beinhalte die Vereinbarung über das Mittel und die Umstände, die es ermöglichen, daß der Mensch glücklich sei und in Frieden und Gerechtigkeit lebe.

    Wobei ein zentrales Werkzeug des Menschen demnach die Selbstvereinbarung und das Wünschenswerte wären. Es steht ihm frei, etwas als nicht wünschenswert zu vereinbaren und etwas anderes als wünschenswert und überhaupt – auch er selbst kann sich vereinbaren oder nicht.
    Und wenn er will, kann er sich sogar einen Gott vereinbaren oder keinen.

    Er ist frei darin, sich das Wünschenswerte zu vereinbaren, denn das ist wünschenswert.
    Und es ist wünschenswert, daß er frei sei.
    Ist das nicht sensationell?

    Innerhalb dieser scheinbaren Tautologie entsteht der Mensch mit seinen Bemühungen und seiner Wissenschaft von sich selbst. Wir ergänzen – oder nicht. Und sobald er erscheint lege man ein Brett darunter und siehe da, es ist eine Basis.

    Was ist der Mensch? Machen wir ein Foto von ihm, so ist das eine Momentaufnahme. Wir filmen seinen Lebenslauf, dann haben wir alles, aber doch erst einen Film. So geht es weiter, wir erhalten immer nur ein ´Plus X´. Wir kramen im Bewußtsein, sind voll bewußt und bilden Kategorien. Wir sind genial und finden, jede Kategorie hat ein ´Plus X´, welches sich erst erklärt, wenn wir eine zusätzliche Kategorie gefunden haben und wir finden sie ! und doch immer auch ein ´Plus X´. Zuguterletzt finden wir, daß sogar die Kategorie als Kategorie ein ´Plus X´ besitzt. Etwas fehlt immer und je genauer man schaut, desto erstaunlicher und löchriger wird es. Man merkt sogar, daß das Schauen und Bemerken davon durchsetzt ist. Es bleibt unscharf. Und wahrscheinlich betrifft dies sogar die Logik. Plus X sind wir bei einer weiteren Logik und dahinter oder davor, wer weiß das schon, ist wieder etwas. Nur was?

    Aber sogar dort wo wir im jeweiligen Moment nicht mehr hinreichen, dort im ´Plus X´, können wir auch das Wünschenswerte setzen, die für das Menschliche gewünschten Werte. Das qualifiziert uns als Mensch und macht uns selbstbewußt und geordnet handlungsfähig. Wir setzen es, vereinbaren es. Nicht irgend jemand, sondern wir selbst.

    Das ist nun nicht zwingend, aber irgendeiner kommt einem gelegentlich mit dem Karma. Wir sind unfrei in den großen Religionen, ob Christ oder Muslim, irgendwas bremst immer. Und man mag ergänzen, für die Deutschen gibt’s seit rund 85 Jahren die Erbsünde XL.
    Wobei ich manchmal den Eindruck gewinne, die Erbsünde gebe es schon – aber sie besteht eher subtil in der Glaubensverhaftung an eine Erbsünde.

    Ist es wünschenswert eine Erbsünde im Gepäck zu haben?
    Jein oder NEIN?

    Doch keine Frage, wer hier unchristlich mitsingt, der kriegt die Sünden übers Karma verdonnert.

    Ich habe noch nie mit einem Obdachlosen oder Tschernobylgeschädigten über Karma gesprochen, aber meine Gesprächspartner aus westlich wohlhabenden Kreisen berichten mir sehr häufig, daß es ein Karma gebe und stets mit halb- oder ganzleuchtenden Augen, daß das Universum nichts vergesse. Nichts sei ohne Grund und dies sei die höhere Wahrheit. Systemübergreifend sozusagen und global.

    Karma bezeichnet nach Wikipedia ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese Folge müsse nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sondern sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. In den indischen Religionen sei die Lehre des Karma eng mit dem Glauben an Samsara, den Kreislauf der Wiedergeburten, verbunden und damit an die Gültigkeit des Ursache-Wirkungs-Prinzips auf geistiger Ebene auch über mehrere Lebensspannen hinweg (...).

    Vereinfacht und ergänzend ausgedrückt wird hier die umfassende Geltung eines Prinzips verkündet, welches unsere Taten, unser Sein, gut wie böse, nicht vergehen läßt, sondern sie wirken fort, wir sind ihren Wirkungen ausgesetzt, unser Sein ist durch sie bedingt und wird gestaltet. Je nach Strenge der Auffassung gibt es daraus auch kein Entkommen, lediglich durch umfassende Klärung des Selbst zum Guten kann das Karma aufgelöst werden und ja, damit wird auch ausgedrückt daß es mit einem Leben nicht sein Bewenden hat, man befindet sich in einem Kreislauf der Wiedergeburten. Je nach Auffassung wird damit auch ausgedrückt, daß dies gerecht sei oder gar Gerechtigkeit schlechthin und daß jeder sein Schicksal, auch wenn er als Kind nur mit einem Bein zur Welt kommt oder in einem Drogenmilieu, etc. - selbst verursacht habe.

    Warum ich das an dieser Stelle schreibe? Siehe weiter oben.
    Ist das zuletzt vom Karma Geschriebene wünschenswert?
    Wollen wir das, wollen wir das so für uns als Menschen und als unser Wertesystem?

    Der Karmiker wird dazu sagen, daß es nicht an uns sei, es gelte trotzdem.

    Wenn wir nun aber die Freiheit hätten -
    es abzuwenden - zu glauben, daß das nicht gilt?
    Das Fatum nicht existiert und Karma schicken wir nach Samsara.
    Oder anders ausgedrückt – wer hindert uns daran, es zu glauben?
    Noch anders ausgedrückt, wer hindert uns daran an Freiheit zu glauben - 
    über alle hinweg, die uns erzählen, es sei anders ?
    Und Karmasamsara damit zu bannen. Einmalig zu sagen - es sei.
    Unser Glaube ist stark.

    Ob das nun Ablaßhändler sind aus Luthers Zeiten  – Erbsündechristen, Ahnungsvolle der Matrix oder die, die an die 27 Jungfrauen glauben (schreckliche Vorstellung...) - wollt ihr ihnen nun glauben oder wollt ihr selbst sein und frei ?
    Angenommen, das ginge?

    Warum wehrt sich denn in uns etwas, wenn wir von solch restriktiven Karmageschichten hören; warum empfinden wir (oder viele von uns) es als ungerecht, jedenfalls in dieser ausweglosen Art. Wer hat denn dieses ´Wehren´ in uns verankert?
    Ist das unser dummes Menschlichsein oder kommt das Menschlichsein zusammen mit dem Wehren etwa vom Schöpfer?
    Und falls ja (es gibt doch einen oder?), dann wird das ja seinen schöpferischen Sinn haben. Oder?

    Fühle mal in Dich – findest Du das strenge Karma nun ok oder wehrt sich in Dir etwas ?

    Empörst Du Dich oder bist Du als Sympathisant der Brave-New-World geboren – dieser Vorstufe der letzten Konsequenz aller Matrix- und Erbsündenapostel, der gechipten Willenlosen und der nur noch humanoiden Endzeitameisen und bis in alle Ewigkeit Unterworfenen?
    Du bist schwach sagst Du – außerdem könne man eh nichts machen ?
    Ok, dann bis Du ein Matrixjünger und Du liest diesen Text wahrscheinlich gerade auf Deinem Schlauphone, beziehungsweise vermutlich gar nicht.
    Aber es wird sich eine Welt finden, die für Deinesgleichen möglichst brave und new und ausweglos ist.
    Und für die anderen wird sich wiederum eine passende andere Welt finden. Denn es gibt viele Welten, und irgendwie ist es wohl so, daß sie uns fnden. Selbstverständlich gibt es welche mit und welche ohne Karma. haha.

    Womit ich mich dem Kern nähere.
    Angenommen, es käme jemand daher und würde verkünden:

    Es gibt kein Karma und auch keine Erbsünde.
    Wenn ihr wollt gibt es aber das eine wie das andere.
    Sagt mir hier und jetzt, was wollt ihr ?
    Was würdest Du antworten?

    Aber wahrscheinlich würde man den Jemand wohl checken  – ej Alter wer bist Du denn?
    Was bildest Du Dir ein, mir solche Fragen zu stellen. Oder auch -
    hast Du denn nicht die Bibel gelesen, dann wüßtest Du, wie es ist.
    Oder - sperrt ihn ein, er negiert die göttliche Ordnung
    .

    Vielleicht würde es auch ausgehen, wie das Hornberger Schießen oder in einigen Gutefrage-Internetforen - der naive newbie stellt die Frage wie er denn wohl zB die ISDN-Karte von Elsa unter Windows 7 zum laufen bekäme.
    Was geschieht? (nicht immer, aber erstaunlich oft):
    Es folgen seitenweise Kommentare und Vorwürfe, warum er denn heutzutage noch auf ISDN setze oder auch mit so einem alten Betriebssystem wie W7 unterwegs sei, bzw. einem zu neuen, denn ISDN liegt davor. Wieder andere raten bei der Gelegenheit gleich auf Linux umzusteigen, weil Windows sei eh scheiße. Wieder andere entdecken Rechtschreibfehler und raten vehement, erstmal den Text richtig zu formulieren, bevor man sich an ein solches Forum wende. Wieder andere machen bloß Witze, glänzend dafür aber mit tollen Grafiken im Abspann.

    Nach Universen an Müll kommt dann manchmal eine Antwort, die auf die Frage eingeht, ein paar Lichtjahre später vielleicht sogar eine weiterführende Antwort.

    Wie würdest Du antworten?
    Schau nach vorne, bleib dran an der Fage und spiele im Leben nicht den Forentroll. Laß das mal auf Dich wirken.
    Es gibt nichts zu verlieren. Ohne Erbsündekarmasamsara heißt ja nicht: ohne Ethik.
    Simsalabim. Deine Welt wird Dich finden.


  2. Biomat

    Biomat ist der Versuch, zwischen den Dingen eine Welt zu finden, eine Alternative, die uns Freiheit zaubert. Wenn wir genau hinsehen, finden wir sie überall; sie ist nachhaltig, weise und im besten Sinne antropo-logisch. Gala Molens ist Teil eines schamanischen Umtriebs der Heilung und einer sphärischen Logik - in einer Sprache, die vielweltisch spricht. Wenn wir sie erlernen, uns einlassen, erkennen wir, daß der Fortschritt nicht im Fortschritt liegt und wir keine Chips im Handgelenk benötigen, um bequemer in die Disko zu kommen.

    Insofern vorab:
    Gala Molens ist eines der wirksamsten zur Zeit bekannten Mittel
    gegen:

    Apathie, religiöse Hypertonie, monetäre Schizophrenie, nekröse Misantropie, spastische Gewinnsucht und anämische Phantasie.

    Das Präparat wurde in langen Testreihen, Analysen, Dissolysen, Kulminationen und Destillationen hergestellt und jetzt auch für den Handel freigegeben.
    Gala Molens ist rezept- und kinderfrei.

    Gala Molens lebt.
    Gala Molens enthält Begriff, Prinzip, Idee in wohlbekannter Dosis.
    Die genaue Zusammensetzung ist verständlicherweise geheim.
    Die unverwechselbare Vitalität des Präparats stammt jedoch nicht.aus einer Theorie, sondern aus einem 4.Bereich jenseits der Idee.
    Gala Molens ist Einheit für Teilheit und Teil für Ganzheit.
    Es entsteht nach dem Entleeren bestimmter Schubladen von Zeit und Raum aus dem brachliegenden Durcheinander allein durch die Einwirkung der Gezeiten.
    In rekursiver Selbstorganisation weist es über sich selbst hinaus. Es ist uns bekannte Teilordnung in vielen möglichen Teilordnungen.
    Es ist verbindliche, lebende Ähnlichkeit
    .

  3. Sphärische Logik

    Gemeint ist nicht die Logik der Sphären, das Weltengesetz, die göttliche Ordnung, wie wir sie als göttliche Kausalität hie und da unterstellen als etwas, was wirkt, irgendwie einen Sinn hat und für uns Geringfügige unbegreiflich bleibt. Die ist am Rande auch gemeint, ´sphärisch´ bezieht sich aber in erster Linie auf die Logik selbst.
    Und zwar so: Der gewöhnliche Raum hat für uns drei Dimensionen. Die Zeit erwähnen wir gerne als vierte. Und so weiter, wir staffeln die Dimensionen ins Plus-X und bleiben dabei doch eigentlich unserer Anfangsanschauung verhaftet. Und die ist, wie sollte es anders sein, an dem ausgerichtet was wir überhaupt begreifen können.
    Wenn wir von einem Würfel nur sein flaches Malbild erkennen könnten, wir würden ihn für eine nette Zeichnung halten, die aber halt flach ist. Die räumliche Dimension denken wir dem Malbild automatisch hinzu, weil wir sie kennen. Wir sehen die Spähre, obwohl sie in der Zeichnung nicht ist. Wenn nun aber die bekannte Logik die Zeichnung wäre, und wir ein Plus-X unterstellen dürfen, dann gibt es auch eine Logik, die dem Würfel entspricht. So ist der Ansatz und damit geht es weiter.
    (ff./ac)





Zuletzt geändert: 01.11.2017, 19:45:01